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Dialog Klinik & Praxis: Fortschritte in der Therapie des metastasierten Uveamelanoms

Das metastasierte Uveamelanom ist eine seltene, aber äußerst aggressive Krebsform mit begrenzten Therapieoptionen und schlechter Prognose. Im Expertendialog diskutieren Prof. Christoffer Gebhardt (Hamburg) und Prof. Axel Hauschild (Kiel) aktuelle Ansätze zur Behandlung, mit besonderem Fokus auf Tebentafusp, das seit 2022 für HLA-A2-positive Patient*innen zugelassen ist. Die Experten beleuchten den Wirkmechanismus von Tebentafusp, stellen aktuelle Studiendaten vor [1, 2] und gehen insbesondere auf praxisrelevante Aspekte der klinischen Anwendung ein. Zudem thematisieren sie den Einsatz prognostischer Biomarker wie zirkulierende Tumor-DNA (ctDNA).

Teilnehmende des Expertengesprächs von links nach rechts:
Prof. Dr. Christoffer Gebhardt (Hamburg) und Prof. Dr. Alex Hauschild (Kiel)

Die Experten diskutierten unter anderem über folgende Themen:

 

  • Behandlungsmöglichkeiten: Die Therapie des metastasierten Uveamelanoms umfasst leberspezifische Verfahren, Immuncheckpoint-Inhibitoren oder das ImmTAC (immune-mobilizing monoclonal T-cell receptors against cancer)-Molekül Tebentafusp.

  • Tebentafusp: Tebentafusp wird als Monotherapie bei HLA-A*02:01-positiven erwachsenen Patienten mit inoperablem oder metastasiertem uvealem Melanom eingesetzt. Es handelt sich um ein bispezifisches Fusionsprotein, das spezifisch an Zellen mit dem HLA-A*02:01/gp100-Marker bindet und zytotoxische T-Zellen aktiviert, um Tumorzellen gezielt zu erkennen und abzutöten.

  • Aktuelle Studiendaten: Tebentafusp ist in der Erstlinientherapie beim metastasierten Uveamelanom etabliert. Studien, veröffentlicht im New England Journal of Medicine, zeigen eine signifikante Verbesserung des Gesamtüberlebens im Vergleich zur Wahl des Behandlers (vorwiegend Pembrolizumab) [1, 2].

  • Anwendung: Tebentafusp wird einmal wöchentlich intravenös verabreicht.

  • Nebenwirkungen: Zu Beginn der Therapie mit Tebentafusp treten am häufigsten das Zytokinfreisetzungssyndrom und Hautreaktionen auf. Nach den ersten Behandlungszyklen wird die Therapie in der Regel gut vertragen.

  • Rolle von Biomarkern: Zirkulierende Tumor-DNA (ctDNA) und die T-Zell-Fitness können als prognostische Marker eingesetzt werden.

  • Therapie für HLA-A*02:01-negative Patient*innen: Für diese Patient*innen steht Tebentafusp nicht zur Verfügung. In diesen Fällen wird in der Regel eine Kombinationstherapie mit Ipilimumab und Nivolumab eingesetzt.

  • Interdisziplinäre Zusammenarbeit: Die Behandlung des metastasierten Uveamelanoms erfordert häufig eine enge Zusammenarbeit verschiedener Fachrichtungen, um eine optimale Versorgung der Patient*innen zu gewährleisten.

Literatur

[1] Nathan P, et al. N Engl J Med. 2021;385(13):1196-206
[2] Hassel JC, et al. N Engl J Med. 2023;389(24):2256-66

 

(sn)

 
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Letzte inhaltliche Aktualisierung am: 02.07.2025

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