Weltkrebstag am 04.02.2026: Bauchspeicheldrüsenkrebs früh erkennen – gezielt statt „mit der Gießkanne“
Anlässlich des Weltkrebstages macht die DGVS darauf aufmerksam, dass die Vorsorge bei Bauchspeicheldrüsenkrebs neu ausgerichtet werden muss, da bisherige Bemühungen, wirksame Präventions- und Früherkennungsmaßnahmen zu etablieren, in der Allgemeinbevölkerung gegenwärtig kaum wirksam sind.
Bauchspeicheldrüsenkrebs (auch Pankreaskarzinom genannt) zählt weiterhin zu den aggressivsten Tumorerkrankungen und wird häufig erst in einem späten Stadium entdeckt, was die Behandlungsmöglichkeiten stark einschränkt. In Deutschland erhalten jedes Jahr ungefähr 20.000 Menschen die Diagnose Pankreaskarzinom. Die Zahl der Neuerkrankungen steigt zudem, Bis 2030 wird das Pankreaskarzinom voraussichtlich die zweithäufigste Krebstodesursache in Deutschland sein.
Anlässlich des Weltkrebstages am 04.02.2026 weist die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) darauf hin, dass die bisherigen Bemühungen, wirksame Präventions- und Früherkennungsmaßnahmen von Bauchspeicheldrüsenkrebs zu etablieren, nicht ausreichen. Die Fachgesellschaft legt dar, dass eine erfolgreiche Prävention nur gelingen kann, wenn zusätzliche Maßnahmen ergriffen und Versorgungspfade etabliert werden, um Menschen mit einem erhöhten Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs frühzeitig identifizieren und gezielt betreuen zu können.
Ein erhöhtes Erkrankungsrisiko besteht u.a. dann, wenn in der Familie bereits mehrere Fälle von Bauchspeicheldrüsenkrebs aufgetreten sind oder wenn bestimmte genetische Tumorsyndrome, erbliche bzw. chronische Entzündungen oder bestimmte zystische Veränderungen der Bauchspeicheldrüse vorliegen. Für diese Gruppen empfiehlt die Leitlinie Pankreaskarzinom eine engmaschige Überwachung im Rahmen spezieller Vorsorgeprogramme.
In der Praxis werden solche Hochrisikokonstellationen jedoch häufig zu spät erkannt oder nicht konsequent überwacht. Dabei stehen mit der Magnetresonanztomographie (MRT) und dem endoskopischen Ultraschall geeignete Methoden zur Verfügung, um gefährdete Personen engmaschig zu begleiten – vorausgesetzt, sie werden als Risikopatientinnen und -patienten identifiziert.
Die DGVS betont, dass deutliche Lücken weniger im medizinischen Wissen, sondern eher in den Versorgungsstrukturen bestehen. Genetische Ursachen bleiben häufig unerkannt, Angehörige werden nicht systematisch in Vorsorgestrategien einbezogen und die Finanzierung genetischer Testungen ist oft unzureichend geregelt. Auch fehlen bundesweite Register, die Risikogruppen erfassen und die wissenschaftliche Bewertung von Präventionsmaßnahmen erleichtern würden.
Für die Zukunft setzt die Fachgesellschaft auf eine gezielte Prävention bei Hochrisikogruppen. Dazu gehören eine systematischere genetische Diagnostik, der Ausbau registerbasierter Forschung und neue Modelle zur individuellen Risikoabschätzung. Ziel ist es, gefährdete Menschen früher zu identifizieren und ihnen passgenaue Angebote zur Prävention und Überwachung zu ermöglichen. Nur durch eine gezielte, evidenzbasierte Strategie lässt sich nach Einschätzung der Fachgesellschaft die Prognose des Pankreaskarzinoms langfristig verbessern.
Hinweis: Diese Information gibt lediglich einen Überblick zu aktuellen Empfehlungen und ersetzt keinesfalls eine ärztliche Beratung.
Quellen:
[1] Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS). Weltkrebstag am 04.Februar 2026: Präzision statt Gießkanne: Prävention des Pankreaskarzinoms braucht gezielte Strategien (28. Januar 2026). https://www.dgvs.de/wp-content/uploads/2026/01/PM-DGVS_Weltkrebstag-Pankreas_F_28.01.2026.docx.pdf; letzter Aufruf 04.02.2206
[2] Seufferlein T et al. S3-Leitlinie Exokrines Pankreaskarzinom. Version 3.1, September 2024. https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Leitlinien/Pankreaskarzinom/Version_3/LL_Pankreaskarzinom_Langversion_3.1.pdf, letzter Aufruf 04.02.2026
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