Übelkeit und Erbrechen bei Chemotherapie gegen Brustkrebs vorbeugen
Nachricht vom 24.3.2025
Wenn die Chemotherapie diese Nebenwirkungen potenziell stark hervorrufen kann, lohnt es, noch einen zusätzlichen vorbeugenden Wirkstoff einzusetzen.
Die Chemotherapie bei Brustkrebs ist in vielen Fällen überlebensnotwendig. Doch sie kann bekanntermaßen auch starke Nebenwirkungen hervorrufen, darunter die gefürchtete Übelkeit und Erbrechen, die die Lebensqualität der Betroffenen enorm einschränken können. Dagegen gibt es inzwischen wirksame Therapien. Bei einer Chemotherapie jedoch, bei der die Standardbehandlung nicht ausreicht, um das Auftreten von Übelkeit und Erbrechen zu verhindern, lohnt es sich, zusätzlich ein atypisches Neuroleptikum einzusetzen. Einer Studie zufolge, deren Ergebnisse auf dem diesjährigen San Antonio Breast Cancer Symposium vorgestellt wurden, kann dies noch einmal eine deutliche Besserung der Nebenwirkungen hervorrufen.
An der Studie nahmen Brustkrebspatientinnen teil, die im Rahmen einer Chemotherapie gegen den Brustkrebs auch eine sogenannte antiemetische Therapie erhielten, um Übelkeit und Erbrechen vorzubeugen. Eine Gruppe von ihnen erhielt neben dieser Standardtherapie ein atypisches Neuroleptikum, eine zweite Gruppe erhielt zusätzlich zur antiemetischen Standardtherapie einen Dopamin-Rezeptor-Antagonist, und eine dritte Gruppe erhielt die Standardtherapie und ein Scheinmedikament (Placebo). Es wurde mithilfe standardisierter Einschätzungen ermittelt, wie gut diese antiemetischen Behandlungen das Auftreten von Übelkeit und Erbrechen verhindern konnten.
Sowohl das atypische Neuroleptikum als auch der Dopamin-Rezeptor-Antagonist konnten als Zusatz zur standardisierten antiemetischen Therapie im Vergleich zum Placebo die durchschnittliche und die maximale Übelkeit reduzieren. In allen drei Behandlungsgruppen ging die Lebensqualität während der Chemotherapie zurück. In der Gruppe, die zusätzlich das atypische Neuroleptikum erhielt, geschah dies jedoch signifikant weniger stark als in der Placebogruppe, während sich die beiden anderen Gruppen darin nicht unterschieden. Im direkten Vergleich schnitt die antiemetische Standardtherapie in Kombination mit dem atypischen Neuroleptikum in puncto Lebensqualität und auch in einigen Bewertungen bezüglich der physischen und funktionalen Befindlichkeiten sogar signifikant besser ab, als wenn sie mit dem Dopamin-Rezeptor-Antagonisten kombiniert wurde.
Damit erwies sich laut Studienbericht die Zugabe des atypischen Neuroleptikums zur standardisierten antiemetischen Therapie in diesem Vergleich als die beste Möglichkeit, um bei einer gegen Brustkrebs gerichteten Chemotherapie, die potenziell moderate bis starke Übelkeit und Erbrechen auslösen kann, diese Nebenwirkungen zu verhindern.
Quelle:
Peppone L et al. SABCS. 2024; AbstrRF02-06
Zuletzt aufgerufen am: 15.05.2026 21:16