Seltener Augentumor: Früh erkennen und behandeln
Das Aderhautmelanom ist eine seltene Tumorerkrankung des Auges. Da dieser Tumor früh streut – vor allem in die Leber – ist eine frühe Diagnose entscheidend für die Heilungschancen. Je früher der Tumor entdeckt wird, desto größer die Chance, eine Streuung zu verhindern und eine vollständige Heilung zu erreichen.
Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft e.V. (DOG) und der Berufsverband der Augenärztinnen und Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA) möchten daher über Risikofaktoren und Frühsymptome aufklären und zu regelmäßigen Augenuntersuchungen aufrufen.
In Deutschland erkranken pro Jahr etwa 800 bis 1.000 Menschen an einem Aderhautmelanom (auch Uveamelanom genannt). Es ist zwar ein seltener, aber doch der häufigste bösartige Augentumor im Erwachsenenalter. Das Aderhautmelanom entwickelt sich direkt im Auge, es entsteht aus Pigmentzellen (Melanozyten) in der Aderhaut, die zwischen der lichtempfindlichen Netzhaut und der Lederhaut des Auges liegt. Der Tumor wächst eher langsam und betrifft meist nur ein Auge.
Regelmäßige Kontrollen des Augenhintergrunds
Da es kein allgemeines Vorsorgeprogramm gibt, wird das Aderhautmelanom häufig zufällig bei augenärztlichen Routineuntersuchungen entdeckt. Augenärzt*innen empfehlen deshalb regelmäßige Kontrollen des Augenhintergrunds ab dem 40. Lebensjahr, besonders für Menschen mit hellen (grünen, blauen oder grauen) Augen, angeborenen Pigmentflecken in der Aderhaut oder familiärer Vorbelastung durch ein Aderhautmelanom.
Frühsymptome können Lichtblitze, schwebende Punkte (dunkle Schatten oder „Mücken“ im Sichtfeld), unscharfes Sehen oder Ausfälle im Gesichtsfeld sein. Diese Symptome sind nicht spezifisch für das Aderhautmelanom; sie können auch andere Ursachen haben, sollten aber immer zeitnah augenärztlich abgeklärt werden. Bei Verdacht auf ein Aderhautmelanom überweisen Augenärztinnen und Augenärzte in spezialisierte Zentren.
Therapieoptionen je nach Stadium
Wenn die Diagnose feststeht, wird die Behandlung des Aderhautmelanoms in spezialisierten Zentren geplant. Dort arbeiten Ärzt*innen verschiedener Fachgebiete zusammen, um eine maßgeschneiderte Therapie zu wählen, die je nach Stadium der Erkrankung lokal, aber auch systemisch erfolgen kann. Zum Einsatz kommen unterschiedliche Formen der Strahlentherapie, manchmal ergänzt durch Laserbehandlungen, chirurgische Eingriffe und medikamentöse Therapien. Ist der Tumor noch auf das Auge beschränkt, kann er meist durch Bestrahlung und augenerhaltende chirurgische Verfahren erfolgreich behandelt werden. Eine vollständige Heilung ist dann in vielen Fällen möglich. Nur selten ist eine Entfernung des betroffenen Auges notwendig. Wenn sich jedoch bereits Metastasen – vor allem in der Leber – gebildet haben, ist eine Heilung in der Regel nicht mehr möglich.
Hinweis: Diese Information gibt lediglich einen Überblick zum aktuellen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse und ersetzt keinesfalls eine ärztliche Beratung.
Quellen
[1] Augentumoren: selten, aber tückisch. Pressemitteilung der Deutsche Ophthalmologischen Gesellschaft e.V. (DOG) und des Berufsverbands der Augenärztinnen und Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA) vom 17.02.2026. https://dog.org/pressemeldungen/dog-und-bva-dringen-auf-verbesserte-frueherkennung, letzter Aufruf 10.03.2026
[2] Aderhautmelanom. Ein Ratgeber für Patientinnen und Patienten. Patientenbroschüre der Nationalen Versorgungskonferenz Hautkrebs. (September 2025). https://nvkh.de/media/links-and-downloads/_aderhautmelanom/Patientenratgeber-Uvea-Melanom_2025_final.pdf, letzter Aufruf 10.03.2026
Zuletzt aufgerufen am: 15.05.2026 21:16