Gebärmutterhalskrebs: Deutliche Hinweise auf Nutzen der HPV-Impfung
Aktuelle Auswertungen des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) zeigen: Die Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV) kann das Risiko für Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom), die durch persistierende HPV-Infektionen entstehen, erheblich senken.
Das WIdO hat für die Analyse Daten von Versicherten der ersten drei Jahrgänge verwendet, die bei Einführung der HPV- Impfung im Jahr 2007 zwischen 13 und 15 Jahre alt waren und zum Ende des Auswertungszeitraumes 2024 ein Alter von 30 Jahren erreicht hatten. Die Auswertungen zeigen: Frauen, die in ihrer Jugend gegen HPV geimpft wurden, benötigen später nur etwas mehr als halb so häufig eine Konisation – einen chirurgischen Eingriff, bei dem auffälliges Gewebe am Gebärmutterhals entfernt wird. Dieser Eingriff soll verhindern, dass sich Krebs entwickelt, er erhöht aber das Risiko für Frühgeburten in späteren Schwangerschaften. Somit unterstreichen die WIdO-Daten den deutlichen Nutzen der HPV-Impfung.
Trotz dieser positiven Effekte ist die Impfquote in Deutschland weiterhin zu niedrig. Die Rate der vollständig geimpften 15‑jährigen Mädchen liegt dem Robert Koch-Institut zufolge bei 54,6%, die der gleichaltrigen Jungen bei 34 %. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) strebt dagegen eine Impfquote von 90 % an, um so die Krankheitslast von Krebserkrankungen, die durch HPV-Infektionen entstehen, langfristig zu verringern.
Auch Jungen profitieren von der Impfung, denn HPV-Infektionen können nicht nur Gebärmutterhalskrebs hervorrufen, sondern auch Krebs im Mund‑Rachen‑Bereich sowie Penis‑ oder Analkrebs verursachen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert Koch- Instituts empfiehlt daher die HPV-Impfung für alle Kinder und Jugendlichen im Alter von 9 bis 14 Jahren. Das Nachholen der Impfung empfiehlt die STIKO für ungeimpfte Jugendliche bis zu ihrem 18. Geburtstag.
Neben der HPV-Impfung bleibt die regelmäßige gynäkologische Untersuchung zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs eine wichtige Vorsorgemaßnahme. Das Gebärmutterhalskrebs‑Screening, 1971 in Deutschland eingeführt, wird von allen Krebs-Früherkennungsuntersuchungen in Deutschland am häufigsten in Anspruch genommen und hat dazu beigetragen, dass diese Krebsart heute deutlich seltener auftritt als früher.
Wichtig: Auch geimpfte Frauen sollten weiterhin regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung gehen, da die HPV-Impfung zwar gegen viele, aber nicht gegen alle Hochrisikostämme des Virus schützt. Die WIdO‑Daten zeigen, dass auch geimpfte Frauen gelegentlich Krebsvorstufen entwickelt haben, die die durch eine Konisation entfernt werden mussten. Die Kombination von HPV-Impfung – idealerweise vor dem ersten Geschlechtsverkehr – und regelmäßiger Vorsorgeuntersuchung bietet den besten Schutz gegen Gebärmutterhalskrebs.
Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Krebsgesellschaft vom 28.11.2025. AOK und Krebsgesellschaft zum Tag der Krebsvorsorge: Aktuelle Daten geben deutliche Hinweise auf den Nutzen der HPV-Impfung
Zuletzt aufgerufen am: 12.02.2026 17:47