Darmkrebsmonat: Erhöhtes Darmkrebsrisiko bei Typ 2 Diabetes

Menschen mit Diabetes mellitus Typ‑2 haben ein erhöhtes Risiko, an einem kolorektalen Karzinom zu erkranken. Studien zeigen, dass sie häufiger betroffen sind als Menschen ohne Typ2-Diabetes und dass die Sterblichkeit erhöht ist. [1,2] Der Verband der Diabetes‑Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland e.V. (VDBD) weist anlässlich des Darmkrebsmonats auf die Bedeutung regelmäßiger Vorsorgeuntersuchungen und stabil eingestellter Blutzuckerwerte hin.

Bei Typ‑2‑Diabetes führt vor allem ein dauerhaft gestörter Stoffwechsel dazu, dass sich das Risiko für Darmkrebs erhöht. Betroffene haben zudem häufig  Übergewicht und chronische, oft unbemerkte Entzündungen im Körper, die die Darmzellen belasten und die Entstehung von Krebs begünstigen können. Bei Typ‑1‑Diabetes ist das allgemeine Risiko für Krebs leicht erhöht,  für Darmkrebs speziell ist die aktuelle Forschungslage nicht so eindeutig, zeigt aber derzeit insgesamt einen schwächeren Zusammenhang.

Darmkrebsvorsorge kann Erkrankungsrisiko senken

Darmkrebs entwickelt sich meist langsam über viele Jahre aus gutartigen Vorstufen (Polypen). Zu den Polypen gehören u.a. Adenome, gutartige Geschwulste, die als Vorstufen des Darmkrebses gelten und sich häufiger als andere Darmpolypen zu Karzinomen entwickeln. Werden Polypen im Rahmen einer Darmspiegelung (Koloskopie) früh erkannt, können sie direkt entfernt werden.

Ein einfacher erster Schritt in der Darmkrebs-Vorsorge ist der immunologische Stuhltest (iFOBT), der verborgenes Blut im Stuhl nachweist und unkompliziert zu Hause durchgeführt werden kann. Der Stuhltest ersetzt jedoch nicht die Darmspiegelung, da er nur etwa die Hälfte der fortgeschrittenen Polypen erkennt. Die Darmspiegelung dagegen entdeckt mindestens 95 Prozent der invasiven Karzinome und zwischen 75 und 93 Prozent der fortgeschrittenen Adenome. [3]

In Deutschland haben gesetzlich Versicherte ab 50 Jahren Anspruch auf eine Vorsorgekoloskopie. Unter bestimmten Voraussetzungen – etwa bei familiärer Vorbelastung – übernehmen Krankenkassen die Kosten auch früher, allerdings derzeit noch nicht bei Diabetes mellitus Typ‑2 allein.

Stabile Blutzuckereinstellung wichtig

Stabile Blutzuckerwerte können das Darmkrebsrisiko deutlich senken: Eine groß angelegte Studie zeigt, dass das Risiko bei gut eingestellten Blutzuckerwerten um ungefähr 28 Prozent niedriger liegt als bei ungünstiger Blutzuckerlage. Steigt der Laborwertwert HbA1c, der eine Aussage über die Langzeitblutzuckereinstellung trifft, über 7 Prozent, nimmt das Risiko stufenweise zu. [4]

Ärzt*innen und auch Diabetesberater*innen können gemeinsam mit den Betroffenen das persönliche Risiko einschätzen und prüfen, wie gut ihr Blutzucker eingestellt ist. Neben dem Langzeitblutzuckerwert HbA1c spielen als Risikofaktoren auch erhöhte Blutzuckerwerte nach dem Essen, vermehrtes Bauchfett, eine ballaststoffarme Ernährung und Bewegungsmangel eine Rolle. Darmkrebsprävention beginnt im Alltag: durch eine gute Stoffwechselkontrolle, eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und die Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen. Schon kleine Veränderungen können die Darmgesundheit stärken und das Risiko für Darmkrebs senken.

 

Hinweis: Diese Information gibt lediglich einen Überblick zu aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und ersetzt keinesfalls eine ärztliche Beratung.

 

Quelle:

Menschen mit Diabetes haben ein erhöhtes Darmkrebs-Risiko. Pressemitteilung des Verbands der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland e. V. (VDBD) vom 03.03.2026, https://www.vdbd.de/fileadmin/user_upload/Pressemitteilungen/2026_03_PM_VDBD_Darmkrebs_und_Diabetes_F.pdf, letzter Aufruf 16.03.2026

 

Referenzen

[1] Larsson SC, Orsini N, Wolk A. Diabetes mellitus and risk of colorectal cancer: a meta-analysis. J Natl Cancer Inst. 2005;97(22):1679‑1687. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/16288121/, letzter Aufruf 16.03.2026

[2] Lawler T et al. Type 2 Diabetes and Colorectal Cancer Risk. JAMA Netw Open. 2023;6(11): e2343333.https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37962884/,, letzter Aufruf 16.03.2026

[3] Jayasinghe M et al. Colon Cancer Screening methods: 2023 Update. Cureus. 2023;15(4):e37509. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10182334/, letzter Aufruf 16.03.2026

[4] Zhao H, Wu K. Effect of hyperglycemia on the occurrence and prognosis of colorectal cancer. Am J Transl Res. 2024;16(5):2070‑2081. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC11170586/, letzter Aufruf 16.03.2026

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Zuletzt aufgerufen am: 10.04.2026 17:05