Darmkrebs-Vorsorge: Stuhltest oder Darmspiegelung zur Früherkennung
Darmkrebs gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland. Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) weist darauf hin, dass die Erkrankung in vielen Fällen durch Vorsorge verhindert werden kann.
Jedes Jahr erkranken ungefähr 55.000 Menschen an Darmkrebs, etwa 23.000 Patient*innen sterben daran. Umso wichtiger sind Früherkennungsmaßnahmen. Für die Vorsorge- untersuchung von Darmkrebs stehen zwei Verfahren zur Verfügung: die Darmspiegelung (Koloskopie) und der immunologische Stuhltest (iFOBT). Beide Verfahren verfolgen das Ziel, Krebsvorstufen rechtzeitig zu entdecken und zu entfernen, bevor sie entarten.
Die Darmspiegelung gilt als Goldstandard der Früherkennung. Männer und Frauen ab dem 50. Lebensjahr haben alle zehn Jahre einen gesetzlichen Anspruch auf eine Darmspiegelung. Ihr besonderer Vorteil liegt darin, dass Polypen, die sich zu Krebs entwickeln könnten, direkt während der Untersuchung entfernt werden. Damit lässt sich das Risiko einer Erkrankung besonders effektiv senken. Dennoch nehmen bislang nur etwa 20 Prozent der Berechtigten dieses Angebot wahr.
Der immunologische Stuhltest ist eine niedrigschwellige Alternative; er kann bequem zu Hause durchgeführt werden. Gesetzlich Versicherte ab dem 50. Lebensjahr können den immunologischen Stuhltest alle zwei Jahre als Kassenleistung durchführen. Der Test weist Blut im Stuhl nach, das von Adenomen oder Tumoren stammen kann. Damit er wirksam ist, muss er regelmäßig wiederholt werden. Ein positives Ergebnis macht eine anschließende Darmspiegelung notwendig, um die Ursache abzuklären.
Die DGVS betont, dass beide Verfahren ihre Berechtigung haben. Wichtig ist, dass Hemmungen gegenüber der Vorsorge abgebaut und die Früherkennungsmaßnahmen wahrgenommen werden.
Dies bedeutet: Sprechen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf die Darmkrebs-Vorsorge an und nehmen Sie die vorhandenen Angebote in Anspruch. Je früher mögliche Vorstufen erkannt werden, desto größer ist die Chance, Darmkrebs zu verhindern
Hinweis: Diese Information gibt lediglich einen Überblick zur Darmkrebsvorsorge und ersetzt keinesfalls eine ärztliche Beratung.
Quellen
[1] Stuhltest oder Koloskopie? DGVS klärt über Vor- und Nachteile der Methoden zur Darmkrebsvorsorge auf. Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) vom 28.11.2025
[2] S3-Leitlinie Kolorektales Karzinom Langversion 3.0 – September 2025 (AWMF-Registernummer: 021-007OL) ist hier als PDF abrufbar: https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Leitlinien/Kolorektales_Karzinom/Version_3/LL_KRK_Langversion_3.0.pdf , letzter Aufruf 18.12. 2025
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