Darmkrebs: Bewegung verbessert krankheitsfreies Überleben

Nachricht vom 01.10.2025

Die internationale Phase 3-Studie CHALLENGE hat gezeigt, dass ein strukturiertes Bewegungsprogramm bei Patient*innen mit Darmkrebs den Krankheitsverlauf verbessern kann. Die Ergebnisse wurden auf dem diesjährigen Amerikanischen Krebskongress vorgestellt und hochrangig im New England Journal of Medicine veröffentlicht.

Zahlreiche Beobachtungsstudien hatten bereits Hinweise für den positiven Einfluss von körperlicher Betätigung auf den Krankheitsverlauf von Krebserkrankungen, auch für Darmkrebs,  geliefert. Nun hat erstmals eine randomisierte kontrollierte Studie die Wirksamkeit  eines strukturierten Bewegungsprogramms bei Darmkrebs belegt. In der CHALLENGE-Studie wurden 889 Patient*innen (medianes Alter 61 Jahre, 51% Frauen) mit reseziertem Kolonkarzinom im Stadium III oder Hochrisikostadium II, die eine adjuvante Chemotherapie zwei bis sechs Monate zuvor abgeschlossen hatten, zufällig in zwei Gruppen eingeteilt und über einen Zeitraum von knapp acht Jahren begleitet. Die 445 Teilnehmenden der Interventionsgruppe nahmen über drei Jahre hinweg an einem begleiteten strukturierten Bewegungsprogramm mit individueller Betreuung teil, während die 444 Teilnehmenden der Kontrollgruppe  lediglich allgemeine Gesundheitsinformationen mit Empfehlungen zu Lebensstil und Bewegung erhielten.

Ziel des Bewegungsprogramms war es, die körperliche Aktivität auf mindestens 10 MET-Stunden pro Woche zu steigern – dies entspricht etwa 150 Minuten moderater Bewegung – und dieses Niveau über drei Jahre zu halten. Die Bewegungsformen konnten individuell gewählt werden, etwa Spazierengehen, Radfahren oder Schwimmen. Die Teilnehmenden wurden regelmäßig von Bewegungsexpert*innen begleitet und motiviert.

Die Ergebnisse sind bemerkenswert:

Nach fünf Jahren lag die krankheitsfreie Überlebensrate in der Bewegungsgruppe bei 80,3 %, verglichen mit 73,9 % in der Kontrollgruppe - dies bedeutet einen signifikanten Unterschied (HR 0,72; p = 0,02).

Auch die Gesamtüberlebensrate war in der Bewegungsgruppe höher: Nach acht Jahren lebten noch 90 % der Teilnehmenden in der Bewegungsgruppe, gegenüber 83 % in der Kontrollgruppe – auch hier war der Unterschied signifikant (HR 0,63, p = 0,022).

Die Autor*innen der Studie ziehen den Schluss, dass regelmäßige strukturierte körperliche Aktivität nach einer Darmkrebsbehandlung nicht nur Fitness und Lebensqualität steigert, sondern eine Behandlungsmaßnahme darstellt, die die Überlebenschancen verbessern kann.  Die Autor*innen regen daher an, dass strukturierte Bewegungsprogramme etabliert und für alle Patient*innen mit Kolonkarzinom in den in der CHALLENGE-Studie untersuchten Krankheitsstadien zugänglich werden sollten.

Quellen

  • Booth C.M. et al. A randomized phase III trial of the impact of a structured exercise program on disease-free survival (DFS) in stage 3 or high-risk stage 2 colon cancer: Canadian Cancer Trials Group (CCTG) CO.21 (CHALLENGE). ASCO Annual Meeting 2025, Chicago, LBA3510
  • Courneya KS et al. Structured Exercise after Adjuvant Chemotherapy for Colon Cancer. N Eng J Med 2025, 393(1):13-25

 

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