Brustultraschall: Ein wichtiger Baustein in der Diagnostik und Nachsorge von Brustkrebs

Nachricht vom 07.08.2025

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Brustultraschall: Ein wichtiger Baustein in Diagnostik und Nachsorge von Brustkrebs

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen – jedes Jahr erhalten in Deutschland über 70.000 Frauen diese Diagnose. Umso wichtiger ist es, dass die Erkrankung frühzeitig und möglichst schonend erkannt und behandelt wird. Der Ultraschall der Brust (Mammasonografie) spielt dabei eine immer größere Rolle. In ihren aktuellen „Best Practice Guidelines” zeigt die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e. V. (DEGUM), dass der Ultraschall der Brust heute weit mehr ist als eine Ergänzung zur Mammografie.

Brustultraschall ist ein strahlenfreies, gut verfügbares und kostengünstiges Diagnoseverfahren. Besonders bei dichtem Brustgewebe, bei dem die Aussagekraft der Mammografie eingeschränkt ist, verbessert der Ultraschall die Detektionsrate. Auch in der Nachsorge und bei unklaren Befunden ist der Ultraschall ein eigenständiges Verfahren mit hoher Aussagekraft.

Dank moderner Techniken wie der Dopplersonografie und der Elastografie kann der Ultraschall heute noch mehr: Die Dopplersonografie zeigt, wie das Brustgewebe durchblutet ist und hilft auf diese Weise dabei, gutartige von bösartigen Veränderungen zu unterscheiden. Die Elastografie misst die „Härte“ von Gewebeveränderungen – bösartige Tumoren sind meist härter als gutartige Veränderungen. Durch die Kombination verschiedener Ultraschallmethoden können bis zu 35 Prozent der Biopsien vermieden werden. Bei komplexen Befunden oder Brustimplantaten ermöglicht der 3D-Ultraschall eine noch genauere Darstellung.

In der Nachsorge nach einer Brustkrebserkrankung ist der Ultraschall unverzichtbar. Laut S3-Leitlinie sollte er über einem Zeitraum von zehn Jahren mindestens einmal jährlich zusätzlich zur Mammografie durchgeführt werden, um Rückfälle oder Zweittumoren frühzeitig zu erkennen. Der Ultraschall ist dabei nicht nur effektiv, sondern auch besonders schonend: Er verursacht keine Strahlenbelastung und wird von 82 Prozent der befragten Patientinnen als psychologisch entlastend empfunden.

Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) setzt sich dafür ein, die Qualität des Brustultraschalls durch gezielte Aus- und Weiterbildung von Medizinstudierenden sowie Ärztinnen und Ärzten weiter zu verbessern und langfristig zu sichern. Wenn die Methode des Brustultraschalls sicher beherrscht wird, kann sie im klinischen Alltag effektiv eingesetzt werden.

Weitere Informationen finden Sie in den aktuellen DEGUM-Guidelines und in der aktuellen interdisziplinären S3-Leitlinie für die Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms.


Quelle:
Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) vom 24.06.2025

Referenzen:

  • Teil 1 (2021): Bader W et al. Best Practice Guideline… Ultraschall in Med 2022; 42: 570–583
  • Teil 2 (2023): Vogel-Minea CM et al. Best Practice Guideline… Ultraschall in Med 2023; 44: 520–536
  • Teil 3 (2025): Vogel-Minea CM et al., Ultraschall in Med 2025; 46: 245–259
  • Interdisziplinäre S3-Leitlinie für die Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms (AWMF-Register-Nr. 032 -045OL): https://register.awmf.org/assets/guidelines/032-045OLl_S3_Mammakarzinom_2021-07.pdf (zuletzt abgerufen am 05.08.2025)

 

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