Brustkrebs: Aktuelle Langzeitergebnisse zu Therapiepause bei Kinderwunsch

Die internationale POSITIVE-Studie hat untersucht, ob eine vorübergehende Unterbrechung der adjuvanten antihormonellen Therapie bis zu zwei Jahren bei Frauen mit Hormonrezeptor-positivem Brustkrebs und Kinderwunsch möglich ist.

Bereits erste Ergebnisse der POSITIVE-Studie mit einer Nachbeobachtung von 41 Monaten hatten gezeigt, dass die vorübergehende Unterbrechung der adjuvanten antihormonellen (auch endokrin genannten) Therapie möglich ist. Nun wurden zu dieser Studie auf dem Europäischen Krebskongress 2025  die 5-Jahres-Daten vorgestellt. [1]

In die Studie wurden 518 Frauen mit Hormonrezeptor-positivem Brustkrebs eingeschlossen, die ihre adjuvante antihormonelle Therapie nach 18 bis 30 Monaten für bis zu zwei Jahre pausierten, um schwanger zu werden. Die Ergebnisse wurden mit einer Kontrollgruppe verglichen, die ihre antihormonelle Therapie ohne Unterbrechung fortführte. Nach fünf Jahren zeigte sich, dass die Unterbrechung der antihormonellen Therapie für bis zu zwei Jahre im untersuchten Zeitraum kein erhöhtes Risiko für ein Wiederauftreten von Brustkrebs ergab. Die Häufigkeit von Brustkrebsereignissen war in der Studien- und in  der Kontrollgruppe vergleichbar.

Von den 497 Frauen der Studie, die hinsichtlich von Schwangerschaften nachbeobachtet wurden, hatten über drei Viertel (75,8 Prozent) mindestens eine Schwangerschaft, und 69  Prozent der Frauen brachten mindestens ein Kind zur Welt. 75 Patientinnen bekamen mehr als ein Kind. Insgesamt wurden während der Studie 440 Babys geboren. Die große Mehrheit der Teilnehmerinnen nahm ihre antihormonelle Therapie nach der Schwangerschaft wieder auf.

Die Schlussfolgerung der Studienautor*innen lautet: Bei Patientinnen mit Hormonrezeptor-positivem Brustkrebs hat eine geplante vorübergehende Unterbrechung der adjuvanten  antihormonellen Therapie zur Erfüllung des Kinderwunsches das Risiko für Brustkrebsereignisse im untersuchten Zeitraum von 5 Jahren nicht erhöht. Mehr als zwei Drittel der Frauen konnten ein Kind bekommen. Die meisten Frauen nahmen die antihormonelle Therapie gemäß Studienprotokoll wieder auf. Eine fortgesetzte Nachbeobachtung ist notwendig, um noch längere Langzeitergebnisse zu erhalten und zu bewerten.

Hinweis: Diese Information gibt lediglich einen Überblick zu aktuellen Studiendaten und ersetzt keinesfalls eine ärztliche Beratung.

[1] Peccatori FA, et al. ESMO-Kongress 2025, LBA12

 

(red)

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Zuletzt aufgerufen am: 12.12.2025 19:55